Emotionelle Distanzierung mit Detachment

Es ist traurig aber wahr, aber die Zunahme von Persönlichkeitsstörungen und auch von Mobbing-Vorfällen ist auf dem Vormarsch, so die Meinung der erfahrenen Psychologin, Dr. Palmatier, PsyD. Es ist ein Zeichen unserer Zeit, so meint er. Wie kann man aber selber damit umgehen und sich schützen, wenn man selber solchen Persönlichkeiten ausgesetzt ist, die einem das Leben zur Hölle machen. einfach zu ihrem eigenen Spaß und / oder Manipulations- oder Machtsucht? Sei dies bei der Arbeit, im Freundeskreis oder gar in engsten Familienkreisen. Hier spielt eine Technik eine wichtige Rolle, die einem hilft, wie man damit umgehen kann, die sogenannte „Detachment Technik“. Diese Technik kann dir helfen dich selber zu schützen und danach hoffentlich die Geschehnisse etwas objektiver zu sehen und damit umzugehen.

Was ist die „Detachment Technik“?

Die „Detachment Technik“ ist eine Methode, die du lernen kannst, um dich seelisch und emotional von anderen zu distanzieren oder bei schlimmen Fällen dich zu entfernen. Nicht gerade wünschenswert als Mensch und soziales Wesen, meine ich, aber manchmal leider durchaus notwendig. Leicht ist diese Technik nicht für jedermann und es kann dauern, bis diese verinnerlicht ist und eingesetzt werden kann, die Schritte sind aber deutlich und klar zu verstehen:

  1. Jeder ist für sich selber verantwortlich
    Erkennen und daran glauben: Du bist für dich selbst verantwortlich. Dein Glücklichsein, deine Entscheidungen, und deine Gesundheit sind alle deins. Nehme die Verantwortung für dich selber an. Akzeptiere, dass du nicht für die Launen der anderen verantwortlich bist. Nicht, um diese zu ändern und auch und besonders nicht, um diesen zu dienen.
  2. Beziehungen sind nicht auf Dienen basiert
    Akzeptiere, dass das Dienen für andere dich nicht weiter in einer Beziehung bringt. Im schlimmsten Fall wirst du nur tiefer verabscheut. Wenn eine Person dich nicht will oder nicht mag, wird dich diese nicht besser mögen, nur weil du alle ihre Wünsche erfüllst. Lass es gut sein. Jemand, der dich mag, mag dich, für was du bist und nicht für das, was du für ihn tust.
  3. Aktiv Entscheiden gegen Angriffe
    Angriffspunkte beseitigen. Manche Menschen haben besonderer Spaß daran, andere durch Angriffspunkte absichtlich zu verletzen. Wenn auch nicht alle von diesen aus der Welt geschaffen werden können, ist es aber dennoch möglich viele Angriffe zu vermeiden, einfach durch geschicktes Themen wechseln oder, wenn dies nicht funktioniert, durch die Verweigerung zu diskutieren. Sätze wie „Interessantes Thema, aber vielleicht ein anderes Mal“ oder „Im Moment habe ich keine Zeit“, helfen diese Art von Angriffe zur Seite zu schieben und dabei Interaktionen und Angriffe zu vermeiden. Du hast keine Pflicht diese Art von Begegnung dir gefallen zu lassen.
  4. Lerne dich kennen
    Lerne dich selbst besser kennen und auf dich zu achten. In der Tat gibt es bestimmte Menschen, die durch ihre Charaktereigenschaften ideale Opfer für Mobbing und Manipulation sind. Lerne dich selber kennen und auf deine Körpersprache zu achten, lasse dich damit lernen, nicht die falschen Signale zu senden, sodass du nicht offen für Diskussionen, Kommentare oder Ausnutzung bist. Wen dich jemand kennen lernen will, dann muss er sich etwas Mühe geben.
  5. Erwartungen niedrig halten
    Erwartungen in Maßen halten. Wer nicht zu viel erwartet, der kann leichter distanziert bleiben.
  6. Mach etwas für Dich
    Aktivitäten halten dich aus den Augen, aus dem Sinn. Finde ein Hobby oder Aktivität, die komplett unabhängig von der Person ist, um deine emotionale Gesundheit zu entlasten und sie erholen zu lassen.
  7. Objektiv sein ist wichtig
    Versuche objektiv zu sein. Dieser letzte Schritt ist einer der schwersten, besonders wenn seelische Gewalt im Spiel ist. Man ist schon müde, enttäuscht, traurig oder/und verärgert, nicht gerade die perfekte Einstellung für objektive Gedanken. Aber dies muss sein, um eine erfolgreiche Distanzierung zu erreichen.

    Objektiv zuschauen

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    Stelle dir vor, dass du nicht ein Teil der Begegnung bist, sondern dass du nur zuschaust, wie ein Zeuge. Nehme die Situation aber von der Ferne wahr. Erinnere dich an den ersten Punkt dieser Liste: Du bist für dein Glück, deine Gesundheit und deine Entscheidungen selbst verantwortlich. Entscheide aus diesen Stand, wie du reagieren würdest, wenn dieses Benehmen nicht von deinem Chef, einem Familienmitglied oder engen Freund kommen würde, sondern von einem Fremden. Würdest du dich immer noch so behandeln lassen? In dieser Verfassung kannst du dann mit klarem Kopf entscheiden, ob du mit dieser Form des Miteinanders, dieser Interaktion, noch mitmachen möchtest oder nicht.

Freiheit ist dein gutes Recht, für was Jahrhunderte gekämpft wurde

Dauerhafte Manipulation, Kontrolle und Erniedrigungen von anderen sind nicht normal, aber vor allem ungesund. Jeder Erwachsene hat das Recht auf sein eigenes Leben, und dies zu leben, wie er das halt gerne möchte, dies steht nicht umsonst so in den Menschenrechten. Keiner hat das Recht, deine Freiheit zu diktieren und dich seelisch zu vergewaltigen durch Akte wie Manipulation oder Mobbing. Dieser Fakt hindert aber manche nicht an dem Versuch. Die „Detachment Technik“, wenn gemeistert, kann helfen, eine emotionelle Distanz zu solchen Menschen zu schaffen. Dies bedeutet nicht, dass man Empathie oder Mitgefühl opfern muss, sondern, dass man vermeidet, manipuliert, kontrolliert oder schlecht behandelt zu werden und du so deine innere Ruhe und eventuell und hoffentlich deine eigene Freiheit zurückgewinnen kannst. Eine schöne Beschreibung fasst dies für mich eigentlich alles zusammen: Stelle dir vor, dass du eine Fernseh-Serie schaust. Dabei nimmst du alles wahr, aber ohne Interaktion oder Emotion. An diesen Punkt hast du die „Detachment Technik“ bereits in der Tasche. Du bist bewusst, aber auch gleichzeitig distanziert.

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