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50 Plus – Generation verstaubt?

Zählt man ab einem gewissen Alter zum alten Eisen? Viele (Vor-)urteile kreisen um die „ältere“ Generation, was für viele bereits – gerade wenn man den Arbeitsmarkt betrachtet – schon mit 50plus startet. Selbst in Nachrichtensendungen kommen dann schon mal „negative“ Meldungen, so zum Beispiel zu den Autofahrerqualitäten älterer Menschen. Und mit 50 fällt man auch aus der „werberelevanten Gruppe“ heraus, obwohl die Generation ab 60 alleine ein Drittel an den Gesamtausgaben für den privaten Konsum für sich verbuchen kann.

Aber wie sieht es aus mit so einigen, was gesagt wird, wie:

  • ältere Menschen haben keine Ahnung von Technik oder Internet
  • für ältere Menschen ist kein Platz auf dem Arbeitsmarkt
  • ältere Menschen können kein Auto fahren, verursachen mehr Unfälle
  • ältere Menschen sind unflexibel

Schauen wir uns zunächst die Fakten bei den Senioren an: betrug die mittlere Lebenserwartung 1901 bei Männern, die damals 60 Jahre alt waren, 73,1 Jahre (ein 60-jähriger konnte also damit rechnen und noch etwa 13,1 Jahre zu leben) und bei Frauen 74,2 Jahre, so beträgt diese Lebenserwartung für heute 60-jährige Männer 81 Jahre (also ein Mann, der heute 60 ist, kann noch etwa mit 21 Jahren rechnen) und für Frauen 84 Jahre und 10 Monate.

So betrachtet ist ein heute 50-jähriger Mensch etwa vergleichbar mit einem Menschen Anfang der vierziger, wäre man hundert Jahre früher geboren.

Schon alleine dies besagt einiges: Im Grunde ist man mit Anfang 50 im besten Alter, also mitten im Leben.

Keine Ahnung von Technik

Es ist sicher nicht zu bestreiten, dass Menschen ab einem gewissen Alter sich etwas schwerer tun, mit neuer Technik. Dies ist zunächst auch gar nicht verwunderlich, betrachtet man das atemberaubende Tempo, mit der sich die Technik, besonders die mobile Welt, alleine in den letzten 10 Jahren verändert hat, mit all den neuen Begriffen wie iPad, Android, Tablet PC, eBook Reader usw. Man muss keine 50 plus sein, um manchmal das Gefühl der Überforderung zu verspüren. Es fällt jüngeren Menschen wahrscheinlich einfach nur deswegen leichter, weil sie mitten drin stehen und quasi mitwachsen. Umso älter ein Mensch ist umso fremder ist diese neue Technik eben und mitunter kommen dann auch Probleme hinzu, wie Sehvermögen oder nachlassende Feinmotorik. Ein weiteres Problem ist sicherlich auch, dass viele Angebote einfach nicht auf ältere Menschen zugeschnitten sind und so manche Bedienungsanleitung auch für jüngere ein Rätsel ist.

Allgemein geht man davon aus, dass für Menschen, die im Jahre 2012 60 plus alt sind, oft ein Bezug zur Technik fehlt, obwohl die Bereitschaft und das Interesse bei vielen vorhanden ist. Besser verständliche Technik, Einführungskurse für Senioren, mehr Verständnis, auch bei Angeboten, könnten ohne Zweifel die Situation hier verbessern.

Für die Generation in den 50zigern sieht es dagegen ganz anders aus, hier ist die Internetnutzung sehr stark verbreitet, ist diese Generation doch seit den 80ern mit Computern und seit den 90ern mit dem Internet aufgewachsen. Man schätzt, dass diese Generation etwa doppelt so viel surft wie die Generation 60 plus. Die Generation 50 plus ist durchaus ganz fit im Umgang mit dem Internet und PC, erst später nimmt die Nutzung langsam ab.

Fazit: ein generelles „Keine Ahnung von Technik“ kann man für 50 plus sicher nicht gelten lassen, erst ab einem gewissen Alter trifft dies teilweise zu.

Für ältere Menschen ist kein Platz auf dem Arbeitsmarkt

Da ist leider teilweise richtig, auch neueste Studien zeigen, dass umso älter ein Mensch, umso schwerer wird es für ihn, auf dem Arbeitsmarkt seinen Platz finden. Ältere Jahrgänge machen einen hohen Anteil auch bei den Langzeitarbeitslosen aus und auch die statistische Quote von älteren Menschen von der Arbeitslosigkeit zurück in den Arbeitsmarkt zu gelangen ist schlechter wie bei jüngeren.

Generell gibt es aber eine Tendenz zum Besseren, nicht zuletzt wegen der geburtenschwachen Jahrgänge werden ältere Menschen es hoffentlich leichter haben. Noch schöner wie nur demografischer Zwang wäre aber sicher ein Umdenken in der Gesellschaft, weg von der jugendlichen Fixierung und hin zu einem gesunden Mix aus jugendlicher Frische und Elan kombiniert mit Erfahrung und Reife.

Ältere Menschen können kein Auto fahren, verursachen mehr Unfälle

Ohne Zweifel nimmt mit dem Alter (mitunter) die Feinmotorik ab, mitunter verschlechtern sich die Sinnesorgane und auch das Reaktionsvermögen, andererseits fahren ältere Menschen oft vorausschauender und vorsichtiger und verfügen über mehr Erfahrung. Tatsächlich sind ältere Fahrer weitaus weniger an Unfällen beteiligt als jüngere Fahrer. Richtig ist aber auch, dass mit zunehmendem Alter die Zahl der Verkehrsunfälle wieder steigt. Die Generation 50 plus schneidet hier also durchaus sehr gut ab, ab einem gewissen Alter sollte jedoch Selbsteinsicht immer an den Tag gelegt werden, wie fit man eigentlich noch für das Fahren ist. Die generelle Aussage, dass ältere Menschen mehr Unfälle verursachen, kann man aber nicht stehen lassen.

Fazit 50 plus: Man muss sich nicht verstecken

Die Generation 50 plus des Jahres 2012 steht mitten im Leben, ist meist absolut fit im Umgang mit Technik, wenn auch vielleicht mit einem anderen Fokus, kann sicher auch meist genauso gut wie andere ein Auto fahren, aber hat es (noch) leider recht schwer auf dem Arbeitsmarkt.

Mit zunehmendem Alter ist es einfach natürlich, dass Risiken im Verkehrsleben zunehmen und dass jeder selbst prüfen muss, wie fit er sich noch fühlt. Die Bereitschaft der Älteren sich mit Technik auseinanderzusetzen ist bei vielem durchaus gegeben, Verbesserungsbedarf gibt es aber sicher bei Begriffsvermittlung und Anleitungen, zudem könnten auf ältere Menschen zugeschnittene Angebote, sei es Kurse, spezielle PCs oder Internetseiten auch älteren Menschen den Zugang erleichtern. Und letztlich: Nicht jeder muss sich für Technik begeistern, deswegen gehört man aber noch lange nicht zum alten Eisen.

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